Hüteausbildung

 Nellie und ich als Teilnehmer des 
Hüteseminars in Kirtorf 1994

 

 

Seit unserem ersten Seminar 1991 habe ich selber mit meinen Hunden an verschiedenen Hüteseminaren, die von der Arbeitsgemeinschaft Border Collie veranstaltetet werden, teilgenommen. Seit 1992 halte ich selber Schafe und biete Border Collie-Besitzern die Möglichkeit, ihre Hunde an meinen Schafen zu trainieren. Da meine Schafe gut erzogen und zahm sind, eignen sie sich besonders für das Anfängertraining. In der Regel biete ich keine feststehenden Zeiten für ein Training an, sondern Termine werden individuell abgesprochen. Dabei habe ich auch schon oft mit älteren Anfängerhunden oder Hunden, die vorher für den Hundesport ausgebildet wurden, mit Erfolg gearbeitet. 

Man hört  oft die Meinung, der Hütetrieb eines Border Collies solle gar nicht erst "geweckt werden", wenn man ihn denn nicht durch tägliche Arbeit befriedigen könne. Im Gegensatz dazu bin ich der Ansicht, dass eine Hütegrundausbildung in jedem Fall zu einem besseren Verständnis der rassetypischen Eigenschaften des Border Collies und damit zu einer verbesserten Mensch-Hund-Beziehung führt, auch wenn das Hütetraining bzw. der Arbeitseinsatz nur unregelmäßig oder nur für begrenzte Zeit erfolgen kann. Hinzu kommt, dass viele Border Collie-Besitzer bei passender Gelegenheit selber zu engagierten Schafhaltern oder -züchtern werden, was ohne eine entsprechende Ausbildungsmöglichkeit ihres Hundes und die dabei gesammelten Erfahrungen mit Schafen sicher nicht der Fall gewesen wäre.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen :

Hüteausbildung ist kein Freizeitspaß für unterbeschäftigte "Familien"-Border Collies !

Der schonende Umgang mit den Schafen, Gänsen, Enten, Rindern usw. muss bei der Hüteausbildung an allererster Stelle stehen. Wer nicht bereit ist, in ihnen Lebewesen mit eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen und nicht bloß "Trainingsobjekte" zu sehen, sollte sich lieber ein anderes Hobby suchen! Aber auch für den berufsmäßigen Viehhalter hat der Einsatz von gut ausgebildeten Hütehunden vor allem arbeitserleichternde und zeitsparende Wirkung, soll also die Wirtschaftlichkeit der Viehhaltung steigern. Für den Hobbytierhalter ist das Hüten mit  Border Collies ein Sport, so wie er weltweit von begeisterten Triallisten auf Hütewettbewerben ausgeübt wird. Bei entsprechender Beachtung des Tierschutzaspektes ist hiergegen sicher genauso wenig einzuwenden wie gegen viele andere sportliche Aktivitäten mit Tieren. Nach meiner Meinung ist dabei die Teilnahme an solchen Trials durch die erforderliche Vielfalt des Trainings und den Erfahrungsaustausch unter den Hundeführern für viele Border Collies letztendlich befriedigender als der täglich gleichförmige Einsatz an der eigenen kleinen Koppelschafherde. Darum orientieren sich meine Ausbildungsmethoden auch eher an den Bedürfnissen des Hobbyschafhalters mit Trialambitionen als an der täglichen landwirtschaftlichen Arbeitsweise, zumal ich keine Möglichkeiten habe, Border Collies an Rindvieh auszubilden.

Da besonders das Anfängertraining in erster Linie auch die Schulung des Hundebesitzers bedeutet, nehme ich normalerweise keine Hunde zur Ausbildung bei mir in Pension. Alle meine eigenen Hunde leben im Haus und ein Besuchshund muss sich problemlos in dieses Rudel eingliedern lassen. Ein regelmäßiges Training ist daher überwiegend für Hundebesitzer aus der mehr oder weniger nahen Umgebung machbar, allerdings lassen sich auch zweitägige Wochenendseminare organisieren, sofern dies mein Terminplan zulässt.

 

Um einen kleinen Einblick zu bieten, was den Anfänger in der Hüteausbildung erwartet, habe ich hier einmal die Lernziele des ersten Ausbildungsabschnittes aufgeschrieben.