Die erbliche Augenkrankheit Collie Eye Anomalie (CEA)

 und ihre Bedeutung für die Zucht

Von Angela Seidel, erstmals erschienen im "Border Collie Jahrbuch 1998"

ergänzt durch Diagramme von Christine Fischer © 2001

aktualisiert Januar 2006 © 

Die Augenkrankheit Collie Eye Anomalie, im folgenden CEA abgekürzt, ist erblich und wird von einem Defekt im Augenhintergrund verursacht. Die Schwere der Krankheit variiert von leichter Abnormalität bis hin zur kompletten Blindheit, verändert aber ihre Ausprägung im Laufe des Hundelebens nicht. Aus diesem Grund kann ein Spezialist einen CEA-Befall schon beim Welpen feststellen.

Die vielen unterschiedlichen Erscheinungsformen der CEA machen eine zuverlässige Diagnose unter Umständen sehr schwer. Bei einem diagnostizierten Befall sollte aus diesem Grunde immer noch ein zweites Gutachten erstellt werden. Da seit Dez. 2004 ein DNA-Test für das CEA-Gen zur Verfügung steht (siehe Der CEA-Gentest) kann jedoch auf diesem Wege der Sachverhalt eindeutig geklärt werden.

Die Vererbung der CEA

CEA wird autosomal rezessiv vererbt. Was heißt das? Jede Merkmalsausprägung wird von Genen bestimmt. Das für den Befall an CEA verantwortliche Gen ist rezessiv ("unterlegen") gegenüber dem Gen für die normale Ausprägung des  Augenhintergrundes. Aus diesem Grunde ist es nicht äußerlich erkennbar, wenn es nicht doppelt, also reinerbig oder homozygot vorliegt, wenn also einzig die Gene für die Krankheit auf den Chromosomen des Hundes vorhanden sind. In diesem Fall spricht man von CEA-Befall.

Alle Hunde, die ein oder zwei dominante ("gesunde") Gene von den Elterntieren geerbt haben, zeigen äußerlich keinen Befall an CEA. Es ist deshalb nicht möglich, einen gesunden Hund (zwei dominante Gene) von einem "Träger" (ein dominantes Gen, merkmalsausprägend und wie beschrieben ein rezessives, "krankes" Gen, überdeckt) nur durch eine tierärztliche Augenuntersuchung zu unterscheiden.

Das große Problem ist, dass Hunde, die ein dominantes und ein rezessives Gen tragen (eben die "Träger"), in ihrer äußeren Erscheinung, "phänotypisch"- gesund sind, aber das rezessive Gen an ihre Nachkommen, auch über mehrere Generationen, weitergeben können. Werden dann durch Zufall zwei äußerlich völlig gesunde "Träger" verpaart, sind unter den Nachkommen mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder CEA-befallene Hunde. Diese Gefahr ist aber nun durch den CEA-Gentest sicher gebannt, sofern alle Zuchthunde selber getestet worden sind oder von genetisch CEA-freien Eltern stammen. Weitere Informationen hier: Der CEA-Gentest